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Das aktuelle BfR2GO ist soeben erschienen (Juni 2026). Die nächste Ausgabe kommt im Dezember 2026. Interner Link:Zum Abonnement

Bittersüßer Nachgeschmack

eine Person, deren Kopf in Dampf gehüllt und Gesicht damit nicht erkennbar ist
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Cola, Menthol oder Erdbeer-Kiwi: Aromen machen E-Zigaretten gerade für junge Menschen attraktiv. Doch die Stoffe bergen gesundheitliche Risiken.

Anders als in „klassischen“ Zigaretten wird in E-Zigaretten kein Tabak verbrannt. In den Geräten wird stattdessen ein sogenanntes Liquid erhitzt und verdampft. Der Hauptbestandteil dieser Liquids ist meist Propylenglykol, das auch in Nebelmaschinen eingesetzt wird. Zusammen mit Glycerin dient es als Verneblungsmittel und sorgt für den dichten Dampf von E-Zigaretten.

Zusätzlich finden sich in den Liquids in der Regel Nikotin und zahlreiche Aroma- und Duftstoffe. Sie verleihen E-Zigaretten einen fruchtigen, frischen oder süßen Geschmack. 

Untersuchungen haben gezeigt, dass beim Erhitzen der Verneblungsmittel Propylenglykol und Glycerin krebserzeugende Aldehyde entstehen. Über Nikotin ist schon lange bekannt, dass es einerseits stark süchtig macht, aber auch die Gehirnreifung negativ beeinträchtigt. Das zeigt sich beispielsweise in verringerter Lernfähigkeit und erhöhter Ängstlichkeit.

Wirkung vieler Inhaltsstoffe unklar

„Bei vielen Inhaltsstoffen ist aber noch unklar, wie sie nach dem Einatmen auf den Körper wirken“, erklärt Chemikerin Dr. Elke Pieper, die sich am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung) mit der Sicherheit von Tabakerzeugnissen und E-Zigaretten beschäftigt. Das gilt vor allem für Aroma- und Duftstoffe in E-Zigaretten. „In einem einzelnen Liquid stecken oft Mischungen aus dutzenden verschiedenen Duft- und Aromastoffen.“ 

Viele dieser Stoffe wurden für die Verwendung in Lebensmitteln oder Kosmetik geprüft und zugelassen. „In diesen Fällen sind negative gesundheitliche Effekte nicht zu erwarten. Es ist aber etwas ganz anderes, wenn ein Stoff erhitzt und inhaliert wird“, erklärt Pieper.

Süßstoff zerfällt beim Erhitzen

Durch Hitze und den Kontakt mit anderen Inhaltsstoffen können sich Substanzen verändern und neue, möglicherweise gesundheitsschädliche Verbindungen entstehen. Ein Beispiel dafür ist der Süßstoff Sucralose, der in der EU als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen ist. In zuckerfreien Limos, Brotaufstrichen oder Konfitüren ist sein Einsatz gesundheitlich unbedenklich. Wird Sucralose jedoch auf über 120 °Ckurz fürGrad Celsius erhitzt – wie es bei Liquids von E-Zigaretten der Fall ist – entstehen gesundheitsschädliche Chlorpropanole.

Menthol gegen den Hustenreiz

Ein weiterer problematischer Aromastoff ist Menthol. Der Stoff findet sich nicht nur in E-Zigaretten mit explizitem „Menthol-Geschmack“, sondern in niedriger Dosierung auch in vielen anderen Liquids, um den Geschmack abzurunden. Ein nicht zu unterschätzender Nebeneffekt: Menthol hemmt den natürlichen Hustenreiz – dabei ist der eine wichtige Schutzreaktion des Körpers. 

„Wird der Hustenreiz durch das Menthol abgeschwächt, können gesundheitsschädliche Stoffe aus den E-Zigaretten leichter und tiefer inhaliert werden“, sagt Pieper. „Wir gehen davon aus, dass Menthol und ähnliche Aromastoffe in den Liquids selbst in niedrigen Dosierungen den Einstieg in die Nutzung von E-Zigaretten erleichtern und sie für Jugendliche und junge Erwachsene attraktiver machen.“ In Tabak-Zigaretten ist Menthol auch deshalb seit 2020 EU-weit verboten.

Unklare Langzeitfolgen

Es sind noch viele Fragen zu den gesundheitlichen Risiken von E-Zigaretten offen, vor allem zu möglichen Langzeitfolgen. Auch am BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung wird deshalb weiter zum Thema geforscht.

„Aus ersten Bevölkerungsstudien, vor allem aus den USA, wissen wir aber schon jetzt, dass dort die Zahl der Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Menschen zugenommen hat, die E-Zigaretten nutzen“, erklärt Pieper. „Immer wieder werden auch in Deutschland Fälle von schweren Lungenentzündungen beobachtet. So verlockend der Dampf auch duftet: Man inhaliert ein Chemikaliengemisch mit vielen gesundheitsschädlichen Substanzen.“

Der BfR-Podcast

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