
Frau Neves, Sie haben das Online-Tool SMAFIRA entwickelt. Für wen kommt es in Frage?
SMAFIRA richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die experimentell mit oder ohne Versuchstiere arbeiten und sich für die 3R-Grundsätze interessieren. 3R hat zum Ziel, Tierversuche zu verringern, zu ersetzen oder die Bedingungen für Versuchstiere zu verbessern. Unser Online-Tool erleichtert es, 3R-bedeutsame Informationen zu einem Experiment ausfindig zu machen und Alternativen zu finden.
Wie genau funktioniert SMAFIRA?
SMAFIRA steht für „Smart Feature-based Interactive Ranking“. Es sortiert Dokumente, etwa wissenschaftliche Studien, nach ihrer Bedeutung für 3R. Unser Tool basiert auf MEDLINE, der größten medizinwissenschaftlichen Datenbank der Welt mit mehr als 30 Millionen Einträgen, sowie auf PUBMED, der Suchmaske von MEDLINE. Um SMAFIRA zu nutzen, muss man zunächst die Kennzahl in die SMAFIRA-Suchmaske eingeben, unter der eine für die eigene Arbeit interessante Tierversuchsstudie bei PUBMED abgelegt ist. Diese Kennzahl heißt „Identifier“ und befindet sich am Kopf der Studie. Dann sucht SMAFIRA 3R-relevante Untersuchungen, die zu der Tierversuchsstudie in Bezug stehen, und erstellt unter ihnen eine Rangordnung, ein „Ranking“.
Was sind die Vorteile von SMAFIRA?
Ebenso wie PUBMED ist SMAFIRA unentgeltlich und frei zugänglich. Das Tool nutzt künstliche Intelligenz, entwickelt sich also weiter. Es erlaubt, gezielt nach bestimmten Kriterien zu suchen, etwa nach Versuchen mit menschlichen oder tierischen Zellen oder Gewebetests. Wichtig: Wir verbessern SMAFIRA ständig. Es lohnt sich also dranzubleiben.



