
Frau Haase, was ist das Besondere an Tests für den Nano-Bereich?
Nanomaterialien bestehen zwar oft aus bekannten Stoffen, liegen aber in extrem kleinen Partikelgrößen vor. Durch ihre geringe Größe können sie sich im Körper anders verhalten, etwa Barrieren besser überwinden – aber auch die Messungen selbst beeinträchtigen. Auf diese Besonderheiten sind viele klassische Testmethoden nicht ausgelegt.
Sie schlagen den Einsatz von Alternativmethoden auch ohne Validierung – also den Nachweis, dass eine Methode geeignet und zuverlässig ist – vor. Kann das funktionieren?
Eine Qualifizierung soll auf keinen Fall die Validierung ersetzen. Unser Vorschlag sieht vor, dass Expertinnen und Experten prüfen, für welche konkreten Anwendungen eine Methode bereits zuverlässig funktioniert. In solchen Fällen könnten Daten aus qualifizierten Methoden dann – zusammen mit anderen Daten – auch ohne Validierung für Bewertungen eingesetzt werden.
Auf welche Resonanz ist Ihr Vorschlag gestoßen – und wie geht es jetzt weiter?
Unser Ansatz hat weltweit große Aufmerksamkeit und Zuspruch bekommen. Aktuell erproben wir das Vorgehen für die Qualifizierung in Fallstudien und erarbeiten für die EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) einen Vorschlag, wie man ein Qualifizierungssystem praktisch umsetzen kann.



