
GESETZLICHE REGELUNG
Unabhängig vom jeweiligen Material müssen Trinkflaschen den gesetzlichen Anforderungen der Europäischen Union (EU) für Materialien im Kontakt mit Lebensmitteln entsprechen. Demnach dürfen aus den Materialien keine Stoffe in Mengen in Lebensmittel übergehen, die die Gesundheit von Verbraucherinnen und Verbrauchern beeinträchtigen würden. Das gilt sowohl für Kunststoffe wie Polyethylenterephthalat (PET), Polypropylen (PP) oder Polyethylen (PE), als auch für andere Materialien wie Glas, Edelstahl, Aluminium, Keramik oder Papier beziehungsweise Pappe.
KUNSTSTOFF: MIKROPLASTIKSORGEN UNBEGRÜNDET
Trinkflaschen aus Kunststoff stehen immer wieder im Blickpunkt der Öffentlichkeit wegen angeblicher Übergänge von Mikroplastik oder chemischer Substanzen, wie Bisphenol A (BPA), in enthaltene Flüssigkeiten.
Diese Bedenken sind unbegründet. Um die gesundheitliche Unbedenklichkeit der Kunststoffe zu sichern, gibt es auf EU-Ebene zusätzlich zur Rahmenverordnung für Lebensmittelkontaktmaterialien die sogenannte Kunststoffverordnung, die festlegt, welche Stoffe unter welchen Bedingungen für die Herstellung von Lebensmittelkontaktmaterialien eingesetzt werden dürfen. Darin festgelegt sind auch Grenzwerte für eine Freisetzung dieser Stoffe in Lebensmittel. Eine ergänzende EU-Verordnung hat zudem im Jahr 2024 die Verwendung von Bisphenol A in Lebensmittelkontaktmaterialien verboten.
Bedenken vor einer nennenswerten Aufnahme von Mikroplastik durch die Verwendung von Kunststoffflaschen sind nach derzeitiger Studienlage ebenfalls unbegründet. Eine Freisetzung von Mikroplastik ist in geringen Mengen durch mechanische Prozesse wie reiben, reißen oder schneiden zu erwarten – nicht aber durch den bloßen Kontakt mit Lebensmitteln. Es liegen zudem bislang keine wissenschaftlichen Belege für ein Gesundheitsrisiko durch Mikroplastikpartikel aus Plastikflaschen vor.
Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch stellen Wasserflaschen aus Kunststoff daher kein gesundheitliches Risiko dar, unabhängig davon, um welchen Kunststoff es sich handelt.

ALUMINIUM: INTAKTE INNENBESCHICHTUNG WICHTIG
Sehr leicht und stabil sind Flaschen aus Aluminium oft für Wanderer und Sportler von Interesse. Allerdings kann sich Aluminium durch enthaltene Flüssigkeiten aus den Flaschen lösen, besonders durch saure Getränke wie Säfte oder Früchtetees. In hohen Mengen über einen längeren Zeitraum aufgenommen, kann Aluminium negative Effekte auf das Nervensystem, auf Nieren und Knochen sowie auf die geistige und motorische Entwicklung von Kindern haben.
Es sollte daher darauf geachtet werden, dass die Flaschen innen beschichtet beziehungsweise eloxiert sind, also chemisch so behandelt wurden, dass sie korrosionsbeständig und verschleißfest sind, und dass die Innenbeschichtung intakt ist.
EDELSTAHL: GUT FÜR LEBENSMITTEL GEEIGNET
Edelstahl stellt ein sehr beständiges Material dar und wird wegen seiner guten Eigenschaften häufig als Lebensmittelkontaktmaterial eingesetzt. Grundsätzlich können aus metallischen Lebensmittelbedarfsgegenständen Elemente (Metalle) in Lebensmittel übergehen. Dem BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung sind allerdings keine generellen Auffälligkeiten bei Edelstahlprodukten bekannt.
GLAS: HÜLLEN SCHÜTZEN VOR BRUCH
Glas ist als chemisch stabiles Material ebenfalls sehr gut für den Lebensmittelkontakt geeignet. Gesundheitsrisiken können vorrangig durch Absplitterungen oder Bruch der Flaschen entstehen. Mit speziellen Hüllen, beispielsweise aus Kork oder Silikon, kann die Bruchsicherheit der Flaschen erhöht werden, wodurch sie auch für unterwegs geeignet sind.
Auf die Hygiene achten
Alle Trinkflaschen sollten regelmäßig gereinigt werden, damit krankmachende Keime keine Chance haben. Eine weite Öffnung erleichtert die Reinigung. Ob eine Flasche in der Spülmaschine gereinigt werden kann oder besser von Hand gespült wird, lässt sich meist den Symbolen auf dem Gefäß entnehmen.
Trinkflaschen-Tipps
- Beim Kauf auf die Angabe „für Lebensmittelkontakt“ oder das Glas-Gabel-Symbol (Kennzeichnung für Lebensmittelkontaktmaterialien) achten
- Flaschen sollten Geruch oder Geschmack des Getränks nicht verändern
- „müffelnde“ Produkte im Regal lassen
- Herstellerangaben zur Verwendung (für die Mikrowelle geeignet?), zur Reinigung (spülmaschinenfest?) und zu geeigneten Lebensmitteln beachten
- Regelmäßig reinigen, damit sich Keime nicht vermehren
- Bei deutlichen Schäden an der Innenseite entsorgen




