
Zu glutenhaltigen Getreidearten zählen alle Weizenarten (unter anderem Dinkel (Grünkern), Emmer, Einkorn), Roggen, Gerste und Hafer. „Menschen mit Zöliakie müssen ein Leben lang auf eine strikt glutenfreie Ernährung achten“, sagt Dr. Valérie Trendelenburg, die sich am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung) unter anderem mit ernährungsbedingten Erkrankungen beschäftigt. Eine Ausnahme bildet Hafer: ihn vertragen die meisten Betroffenen, sofern er nicht mit anderen glutenhaltigen Getreidearten verunreinigt ist. Er muss daher als „glutenfrei“ gekennzeichnet sein.
Anders ist es bei Menschen mit einer Weizenallergie. Sie reagieren allergisch auf verschiedene Eiweißbestandteile des Weizens. Dabei können etwa Hautausschläge und Juckreiz bis hin zu lebensbedrohlichen Symptomen auftreten. „Betroffene müssen alle Weizenarten meiden, also auch zum Beispiel Dinkel. Sie vertragen aber häufig andere glutenhaltige Getreidearten wie Hafer, Roggen oder Gerste“, sagt Trendelenburg. Medizinische Fachgesellschaften empfehlen bei beiden Erkrankungen eine individuelle Ernährungstherapie.
FREIWILLIGER VERZICHT NICHT RATSAM
Weil Gluten auch aus technologischen Gründen in der Lebensmittelindustrie eingesetzt wird, kann es insbesondere in verarbeiteten Lebensmitteln vorkommen, in denen man es nicht vermutet wie Saucen, Pommes oder Wurst. Die Verwendung glutenhaltiger Getreidearten beziehungsweise daraus hergestellter Erzeugnisse muss aber auf der Zutatenliste namentlich aufgeführt werden, zum Beispiel „Weizen“. Der Begriff „Gluten“ ist nicht verpflichtend.
Freiwillig, also ohne gesundheitliche Notwendigkeit, sollte man sich nicht glutenfrei ernähren. Getreide, insbesondere Vollkornprodukte, liefern wichtige Nährstoffe wie Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe und sind wesentlicher Bestandteil einer gesunden Ernährung.



