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Kategorie Schwerpunkt

„Beim Einkauf lohnt ein genauer Blick“

Portrait einer Frau mit Brille
Copyright Max Rubner-Institut
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Dr. Corinna Gréa beobachtet am Max Rubner-Institut (MRIkurz fürMax Rubner-Institut), wie sich Gehalte von Zucker, Salz und Fett in Fertigprodukten
verändern – und ob mehr Süßungsmittel zum Einsatz kommen.

Mit der „Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie“ will die Bundesregierung Zucker, Salz und Fett in Fertigprodukten reduzieren. Begleitend analysiert das MRIkurz fürMax Rubner-Institut in einem „Produktmonitoring“ die Nährwerttabellen auf Verpackungen bestimmter Produkte, um Veränderungen der Gehalte über die Jahre zu erfassen. Die Daten dieses Produktmonitorings helfen dem BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung, gesundheitliche Risiken von Süßungsmitteln besser einzuschätzen.

Frau Gréa, bei welchen Produkten schauen Sie nach den Zuckergehalten? 

Da wir nicht alle Lebensmittel erfassen können, legen wir bestimmte Produktgruppen fest. Bei Zucker sind das unter anderem: Erfrischungsgetränke, Feingebäck, Quark- und Joghurtzubereitungen, Frühstücks-Cerealien, kalte Soßen wie Ketchup, Nudelsoßen und verschiedene Arten von Müsli-, Sport- und Fruchtriegeln.

Welche Veränderungen sehen Sie? 

Insgesamt geht der Zuckergehalt in vielen Produktgruppen zurück. Besonders deutlich ist dies bei Frühstücks- Cerealien; bei Produkten mit Kinderoptik ging der mittlere Zuckergehalt sogar um 38,5 % zurück. Auch bei Riegeln sank er um mehr als 30 %. In anderen Gruppen wie den Soßen sehen wir bislang keine relevanten Veränderungen. Gleichzeitig beobachten wir zum Beispiel bei Cerealien und Riegeln einen Anstieg des Fettgehalts. Das zeigt, dass die einzelnen Komponenten bei vielen Fertiglebensmitteln mit mehreren Zutaten nicht einfach reduziert oder weggelassen werden können. 

Wie verhält es sich mit Zucker und Süßungsmitteln in Erfrischungsgetränken? 

Zwischen 2018 und 2024 ging der Anteil der Erfrischungsgetränke, die nur Zucker enthalten, zurück. Gleichzeitig stieg der Anteil an Produkten, die nur Süßungsmittel enthalten, leicht an – besonders bei aromatisiertem Wasser, Teekaltgetränken und Energydrinks. Bei Erfrischungsgetränken mit Kinderoptik ist der Einsatz von Süßungsmitteln rückläufig.

Heißt das, Zucker wird durch Süßungsmittel ersetzt? 

Das scheint so zu sein. Süßungsmittel finden mehr und mehr den Weg in Erfrischungsgetränke, aber bislang in Kombination mit Zucker, um den Süßgeschmack zu erhalten und gleichzeitig Kalorien zu senken. Dennoch enthalten die meisten Erfrischungsgetränke aktuell noch keine Süßungsmittel. 

Wie lassen sich Zucker und Süßungsmittel in Produkten erkennen? 

Beim Einkauf lohnt ein genauer Blick: Erst auf den Nutri-Score als grobe Orientierung. Dann auf die Nährwerttabelle für den Zuckergehalt. Und schließlich für die Süßungsmittel auf die Zutatenliste. Das ist nicht ganz einfach. Denn sie tragen oft schwer verständliche Namen. Je nach Länge der Liste braucht man etwas Geduld.

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