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Kategorie Lebensmittel

Riskante Jodlieferanten

Algen
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Der Körper braucht Jod für lebenswichtige Prozesse. Doch in Deutschland nehmen viele Menschen zu wenig davon mit der Nahrung auf. Können Meeresalgen helfen?

Es ist schon eine Krux mit dem Jod – zu wenig davon kann der Gesundheit schaden, zu viel aber auch. Unsere Schilddrüse benötigt das lebenswichtige Spurenelement zur Produktion von Hormonen, die zentrale Vorgänge im Stoffwechsel steuern. Die Böden in Deutschland sind allerdings jodarm; folglich enthalten hierzulande angebaute Pflanzen und daraus hergestellte Lebensmittel nur wenig Jod. Um die Aufnahme zu steigern, kann Salz in Deutschland auf freiwilliger Basis mit Jod angereichert werden – eine Maßnahme, die auch in anderen Ländern, teils verpflichtend, angewandt wird.

Indem Verbraucherinnen und Verbraucher also Jodsalz verwenden und Produkte einkaufen, die mit Jodsalz hergestellt wurden, können sie ihre Jodversorgung verbessern. Für Erwachsene wird eine Zufuhr von 150 Mikrogramm (μg) pro Tag empfohlen, Schwangere und Stillende haben einen höheren Bedarf und sollten daher nach ärztlicher Rücksprache Jod ergänzen. Auch die Speisenauswahl hilft: Milch, Käse und Joghurt, aber vor allem Meeresfische wie Seelachs oder Hering sind gute Jodquellen.

ZU VIEL DES GUTEN

Algen aus dem Meer, die als nährstoffreiches Trend-Nahrungsmittel gelten, enthalten ebenfalls Jod. Doch oft in so hohen Mengen, dass es zu viel des Guten ist. EU-weite Kontrollprogramme belegen, dass der Jodgehalt von Algen stark schwanken kann. Insbesondere einige essbare Braunalgen, wie Kombu oder Zuckertang der Gattung Saccharina, weisen teilweise sehr hohe Jodgehalte auf. In solchen Fällen können schon kleine Portionen zu einer erheblichen Überschreitung der für Jod abgeleiteten tolerierbaren maximalen Aufnahmemenge (600 μg pro Tag für Erwachsene) führen und ein gesundheitliches Risiko darstellen.

Eine langfristig überhöhte, aber auch eine akut exzessive Jodaufnahme kann der Gesundheit schaden und etwa die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen. Der Verzehr von Algen und Algenprodukten ist also ohne genaue Kenntnis des Jodgehalts und einer daraus abgeleiteten maximalen Tagesverzehrempfehlung nicht unbedenklich.

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